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Das Probestück – notwendiges Übel

Aus meinem Graz-Kurzurlaub habe ich mir drei Nähbücher mitgenommen – ich kann einfach nicht an Büchern vorbeigehen. Meine Regale biegen sich schon mit Büchern und Zeitschriften voll toller Schnitte, die ich unbedingt ausprobieren will, doch leider fehlt mir die Zeit 😦

Voll motiviert habe ich mir jetzt gleich eins der gekauften Bücher vorgenommen.

Von Tanya Whelan habe ich schon ein anderes Buch, aus dem ich mir einige schöne Stücke genäht habe – wie zb diese Tunika!

Bei Schnitten aus Burda, Ottobre oder Simplicity kenne ich schon ungefähr die Passform und weiß, welche Größe ich nähen muss. Bei einem neuen Buch bin ich mir nie so sicher. Klar, ich kenne meine Abmessungen, aber die passen irgendwie nie so ganz zu den im Buch angegebenen Maßen.

Was tun, wenn man sich nicht sicher ist, welche Größe gewählt werden soll?
Grummel, ja ein Probestück muß her. Ich mag keine Probestücke, da geht so viel kostbare Zeit drauf. Bei Jersey-Schnitten kann man tricksen, aber ein Kleid aus Webware MUSS perfekt sitzen.

 

Weil Wochenende ist und ich frisch und munter bin, habe ich also ganz ordentlich ein Probestück angefertig. Der Stoff ist irgendwann in einem Stoffkaufrausch mit nach Hause gekommen und hat mich jedes Mal beim Öffnen des Stoffkastens vorwurfsvoll angeschaut. Im Laden sah der Stoff irgendwie anders aus 🙂 Außerdem ist er steif und nicht angenehm zu tragen, die Farbe ist auch nicht der Hit.

Fürs Probestück ist der Stoff genau richtig. Und weil es beim Probestück ohnehin keine Perfektion gibt, habe ich auch Garn verwendet, das ich sonst nie vernähen würde. Ich liebe einfach diese Garnsammlungen – die Hälfte der Farben ist zwar unbrauchbar, aber so schön anzusehen 🙂

Gut, dass ich ein Probestück genäht habe! Die Größe passt, eventuell ein bisschen enger nähen. Worauf ich beim Zuschneiden nicht geachtet hatte, war der Reißverschluß. Und zwar sollte der in der Mitte des Hinterteils sein – dieses habe ich aber im Stoffbruch zugeschnitten. Na bitte, da hat sich der Aufwand doch gleich bezahlt gemacht! Denn Schnittanleitungen lese ich auch nicht gerne …

Ok, Probestück erfolgreich erledigt – endlich geht’s an den richtigen Stoff. Passend zum Herbst will ich endlich meinen Berg an Trachtenstoffen abarbeiten – die schauen mich auch immer so vorwurfsvoll an … 

 

Das Tolle bei Prinzessnähten ist doch, dass man verschiedene Stoffe so gut kombinieren kann. Gleich nach meiner Abneigung gegen Probestücke kommt meine Aversion auf Futter. Das hält auf und verzögert die Fertigstellung eines Kleidungsstückes. Aber nachdem der Trachtenstoff wirklich sehr dünn ist, ist ein Futter unabdingbar.

Kennt ihr das schöne Gefühl der Zufriedenheit, wenn sich der ganze zusätzliche Aufwand ausgezahlt hat? So geht’s mir gerade 🙂 Jetzt fehlt nur doch der Rockteil und dann kann ich das ganze Kleid zeigen.

Hier noch ein Beispiel, wo ich zum Glück ein Probestück angefertigt habe und nicht den „guten“ Stoff verwendet habe.  Meine Zelt-Tunika – hier das ganze Drama.

Und dieser wunderschöne Satinstoff ist endgültig verloren. Da war ich ganz zu Beginn meiner Nähkarriere der Meinung, ich bräuchte kein Schnittmuster. Ich könnte einfach so ein Kleid entwerfen. Ging daneben, da mir der Stoff aber so gut gefiel habe ich ihn mir noch einmal gekauft. Und: wieder verpatzt. Beim Zuschnitt vertan. Das war’s jetzt. Die Reste liegen in der Restekiste und warten auf bessere Zeiten.

 
 

Und Ihr? Näht Ihr Probestücke?

Wünsche Euch noch einen schönen Sonntag-Abend!

Andrea

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