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Handy – Fluch oder Segen

Ich für mich sage: beides! Ein Segen besonders dann, wenn es um’s bloggen geht. Mein Handy ist mein virtuelles Büro – Computer, Notizbuch, Kamera, Netzwerk. Ich habe mir kürzlich ein neues Handy gekauft – genial! Seit Jahren schon bin ich einer Marke treugeblieben, bin damit einfach rundum zufrieden. Bei der neuesten Version gibt es zwei Kameras, wodurch sich ein ganz wunderbarer Tiefeneffekt erzielen lässt. Ganz ehrlich: bei diesen Fotos tippt man nicht mehr auf eine Handykamera, oder? Wenn ich spontan ein neues Outfit fotografieren möchte, muss ich nicht umständlich meine Spiegelreflexkamera mitschleppen, sondern verwende mein Handy, das ich immer dabei habe.

Was haben wir früher ohne Handy getan?

Tasche packen für Urlaub früher: Discman (schon fortschrittlich!), mehrere CD’s, Fotoapparat, zusätzlich Filme. Wie sind wir je mit 36 Fotos ausgekommen???? Ich mache jetzt bei einem Wochenendtripp locker 300 Fotos. Adressbuch für Telefonnummern und Adressen für Postkarten schreiben. Wer schreibt heute noch Postkarten?  Zur Ablenkung: einen Gameboy, nicht gerade ein zierliches Format. Zeitschriften oder ein Buch, bei längeren Reisen mindestens 3 Bücher. Da war locker schon mal eine Tasche voll – heute erfüllt das süße kleine Handy all diese Funktionen. So viel zum Segen, kommen wir zum Fluch! Ich war kürzlich auf einem Konzert – die Stars der 90er Jahre. Stehplätze. Topstars, wie Haddaway, Snap oder Mr. President traten auf. Oh, ich liebe den Song „What is love“. Bewusst hatte ich mein Handy zuhause gelassen. Neu, teuer, Gedränge, tanzen und so. Bei den ersten Takten eines guten Liedes ging ein Jubel durch die Menge und ich tanzte los. Was taten die meisten anderen? Sie zückten ihre Handies und filmten den Auftritt. Natürlich ohne sich zu bewegen, um die Aufnahme ja nicht zu verwackeln. Warum filme ich ein Konzert? Damit ich meinen Freunden auf Facebook zeige, was für eine Partymaus ich bin? Um mir das Video zu Hause anzusehen und dann mitzutanzen? Ich hab die Leute beobachtet, die Fotos und Videos wurden gleich auf Facebook gepostet oder per Whatsapp weitergeleitet. Haben wir wirklich verlernt, den Moment zu erleben? Wenn wir ein gutes Essen bekommen, fangen wir nicht gleich zu essen an, sondern zücken das Handy, um ein Foto davon zu machen. In der Ubahn sitzen die Fahrgäste und starren gebannt in ihre Handies, wie ferngesteuerte Roboter. Mütter schieben den Kinderwagen, telefonieren oder schreiben im Gehen Nachrichten. Paare oder Freunde sitzen im Lokal, statt sich zu unterhalten, tippen sie in ihre Handies. Verrückte Welt. Um die Kurve zum eigentlichen Thema passend zum Blog zu bekommen: Nähen holt mich in die Realität zurück. Es erdet, man erschafft etwas mit seinen Händen. Ich bestelle kein Kleidungsstück in einem Onlineshop – ich stelle es selbst her. Bewusst. Mit voller Konzentration. Dieses Shirt ist eine weitere Kopie einer Kauftunika – die erste vielgeliebte Version habe ich bei der Jeanswerkstatt präsentiert. Den Stoff habe ich bei meinem ersten Stoffmarkt in München gekauft und lange gehegt und gepflegt, bis ich ihn endlich angeschnitten habe. Zum Glück, denn noch vor zwei Jahren hätte ich mit diesem feinen Satinstoff nicht so gut umgehen können. Lest Ihr meinen Beitrag gerade am Handy? In der Ubahn? Das wäre ja dann ok 😉

 

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7 Kommentare zu „Handy – Fluch oder Segen

  1. Ich sitz grad gaaaanz oldschool am PC und les deinen Beitrag!
    Du hast soooo recht. Gerade bei Aufführen in Kindergarten, Schule und Co ist es so arg. Die Kinder blicken nicht in stolze Elternaugen, sondern in unzählige Handykameras.
    Traurig, oder?
    Alles Liebe,
    Tanja

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  2. hehe, noch eine, die am PC sitzt und Deinen Beitrag liest. Per Handy bin ich eigentlich nur auf Facebook unterwegs, aber gerade Blogbeiträge möchte ich gern in voller Schönheit lesen und Fotos in groß angucken 🙂
    Dein Beitrag gefällt mir aber, und das Shirt am meisten, das ist wirklich wunderschön! Wie näht sich denn so ein Stoff so, was muss man beachten?

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    1. da stimme ich dir zu – am Handy bekommt man überhaupt nichts vom blogdesign mit!
      freut mich, dass du meinen beitrag in groß und schön liest 😉
      die erste Schwierigkeit bei dem Stoff ist schon mal beim zuschneiden! da flutscht alles hin und her! beim nähen muss man aufpassen, dass man eine ganz dünne nadel verwendet, damit man den Stoff nicht ruiniert. alles in allem eine schweißtreibende Angelegenheit 😉

      glg andrae

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